Parkettböden sind zeitlos schön, langlebig und bringen Wärme und Eleganz in jeden Wohnraum. Doch wie bei allen natürlichen Materialien zeigt sich mit der Zeit auch der Alltag – besonders in Form von Kratzern. Ob durch Möbelrücken, kleine Steinchen unter den Schuhen oder spielende Kinder – Kratzer im Parkett lassen sich kaum vermeiden. Aber keine Sorge: Es gibt einfache und effektive Möglichkeiten, deinen Boden wieder in Schuss zu bringen.
1. Vorbeugung ist die beste Pflege
Bevor wir uns den Lösungen widmen, hier ein paar Tipps zur Kratzervermeidung:
- Filzgleiter unter Möbeln anbringen – besonders unter Stühlen und Tischen.
- Schuhe ausziehen – kleine Steinchen und Sand sind der natürliche Feind des Parketts.
- Schutzmatten unter Drehstühlen verwenden.
- Regelmäßig staubsaugen oder kehren, um Schmutzpartikel zu entfernen.
- Zum Reinigen ist ein Besen mit weichen Borsten besser geeignet
- Das Wischen sollte nur mit wenig Wasser erfolgen, ansonsten bleiben Wasserflecken zurück
2. Kleine Kratzer? Kein Problem!
Kleinere, oberflächliche Kratzer lassen sich oft mit einfachen Hausmitteln oder Pflegemitteln behandeln. Einfach etwas Öl auftragen und mit einem Lappen einreiben. Aber Vorsicht: Einige Öle können abfärben. Immer zuerst an kleinen Stellen austesten und die Farbe überprüfen.
- Walnüsse: Reiben Sie den Kratzer mit dem Kern einer Walnuss ein. Die natürlichen Öle im Nusskern dunkeln den Kratzer ab und lassen ihn optisch verschwinden.
- Holzpflegestifte oder Retuschierstifte: Diese gibt es in verschiedenen Holztönen im Baumarkt oder Fachhandel. Einfach über den Kratzer malen, kurz einwirken lassen und ggf. mit einem weichen Tuch nachpolieren.
- Möbelöl oder Parkettpflegeöl: Ein weiches Tuch mit etwas Öl tränken und über die betroffene Stelle reiben. Das Öl frischt die Farbe auf und macht kleine Kratzer weniger sichtbar.
3. Tiefe Kratzer? So gehen Sie vor
Wenn der Kratzer tiefer ist oder die Versiegelung beschädigt wurde, hilft Folgendes:
- Reparatursets für Parkett: Diese Sets enthalten meist Hartwachs, das man einschmelzen und in den Kratzer füllen kann. Nach dem Aushärten wird die Stelle abgeschliffen und poliert. Ideal für kleinere, aber tiefere Schäden.
- Abschleifen und Versiegeln: Bei größeren Schäden oder wenn viele Kratzer vorhanden sind, lohnt sich das professionelle Abschleifen des Parketts. Danach wird der Boden neu versiegelt (mit Lack, Öl oder Wachs). Das bringt den ursprünglichen Glanz zurück – wie neu verlegt!
4. Geöltes vs. lackiertes Parkett: Was ist bei der Pflege zu beachten?
- Geöltes Parkett: Kann punktuell ausgebessert werden. Öl zieht ins Holz ein und schützt von innen.
- Lackiertes Parkett: Hat eine geschlossene Schutzschicht. Kratzer durchbrechen diese oft komplett – hier ist Nachlackieren oder großflächiges Abschleifen nötig.
Fazit: Kratzer sind kein Weltuntergang
Ein Kratzer im Parkett ist ärgerlich, aber kein Drama. Mit den richtigen Pflegemitteln und ein bisschen Know-how können Sie Ihren Boden lange schön halten – oder bei Bedarf auffrischen. Und denken Sie daran: Jeder Kratzer erzählt auch eine kleine Geschichte aus dem Leben in Ihrem Zuhause.
Quelle: www.schweizer-illustrierte.ch/style/living